IKFA Jahrsehauptversammlung am 20. Juni 2003 in Diepoldsau

 

panta rhei  - alles fliesst

 Die Internationale Konferenz der Fischereivereine am Alpenrhein(IKFA) tagte in Diepoldsau

 Die IKFA, die grösste und einflussreichste Fischereiorganisation um den Alpenrhein lud am vergangenen Freitag zur diesjährigen Vollversammlung nach Diepoldsau ein. Der FV Mittelrheintal war dieses Jahr der Gastgeber. In dessen Fischerheim beim Schmitter Zoll fanden sich zahlreiche Funktionäre der 15 Rheinanliegervereine und Landesverbände ein, um der 15. HV der Organisation beizuwohnen.

Nach einer Vorstellung des Gastgebervereins durch Präsident Karl Oehler übernahm IKFA Präsident Günter Feuerstein das Zepter und führte gewohnt speditiv durch die umfangreiche Traktandenliste. Da die IKFA die Vereine aller Anliegerländer am Alpenrhein vertritt, sind natürlich immer auch viele Themen unterschiedlicher Art abzuhandeln.

    
Karl Oehler stellt den Funktionären seinen Verein, den FV Mittelrheintal, vor.

Mit dem Sprichwort „panta rhei“ – alles fliesst, eröffnete der Präsident seinen Präsidialbericht und verwies aufgrund der sich ständig verändernden Umstände an den Gewässern auf die Notwendigkeit einer guten Zusammenarbeit mit den Fachstellen. Das laufende Geschäftsjahres werde eines der wichtigsten für die zukünftigen Geschehnisse in der Region. Endlich sei die Möglichkeit eines engen Schulterschlusses mit BUWAL und dem Kanton SG gegeben. In der IKFA gibt es in diesem Jahr gleich mehrere wichtige Aufgaben zu bewältigen. Primär geht es um die Ratifizierung der „Agenda 2003“ des wohl umfangreichsten Massnahmenpakets für die Gewässer des Rheintals, das je erstellt wurde. Es soll die Richtung der Organisation bestimmen und die Vereine in dessen Umsetzung einbinden.

Die Salmoniden Expertise des BUWAL und die Kormoranbrutkolonie im Rheindelta gaben ebenfalls Gesprächsstoff. Die IKFA ist zuversichtlich, dass die zuständigen Ämter und Fachstellen gemeinsam mit ihr einen sowohl mittel- als auch langfristig optimalen Weg beschreiten werden, um die diversen Probleme zu lösen. Der klimatische Wandel mit allen Nebenerscheinungen benötigt auch eine gemeinsame Strategie, um die Gewässer und deren Lebewesen zu erhalten.

Interessant und für viele erschreckend war die neue Studie des Amt für Umweltschutz (AFU) über Pestizide in den Gewässern, die teilweise alarmierende Fakten zu Tage brachte. Vor allem das heute einzig im Maisanbau verwendete Herbizid Atrazin wurde zu 37 % in Fliessgewässern und zu 27% im Grundwasser nachgewiesen. Aber auch viele andere Stoffe wie Insektizide und Fungizide werden durch Drainagen und Oberflächenwässer in die Gewässer eingetragen. Erschwerend kommt hinzu, dass vor allem in Niederwasserperioden stark bewässert wird und dazu oft ohne Genehmigung grosse Mengen an Wasser


Ärgerlich: viele ungenehmigte Wassernetnahmen

den Bächen und Kanälen entzogen werden - eine nicht sehr erfreuliche Tatsache. Feuerstein würde sich wünschen, dass zukünftig vermehrt solche Pflanzen angepflanzt würden, die in unseren Breiten auch im Sommer ohne zusätzliche Bewässerung auskommen würden, also standortgerecht sind.

Erfreulich waren wiederum einige neue Revitalisierungen, die an den Gewässern umgesetzt wurden. Dass es auch billig und trotzdem sehr effizient geht, bewies die Revitalisierung im Buchser Giessen, die von der Renat(FL) geplant und durch die Fa. Lazzerini schnell umgesetzt wurde  - und dies zu einem Bruchteil der Kosten ähnlicher Projekte.


Revitalisierung am Buchser Giessen

Für die Kosten kam die Gemeinde Buchs auf. Besonders erfreut ist man auch über den Fahrplan der Intern. Regierungskommission Alpenrhein (IRKA). Es soll nun rasch die Möglichkeit einer ersten Umsetzung angegangen werden. Dabei werden alle Betroffenen aktiv einbezogen.

Ein Highlight war wiederum die IKFA Statistik in die heuer erstmals auch die Fänge im Bündner Alpenrhein miteinbezogen wurden. IKFA Statistiker und Vize-Präsident des Vorarlberger Fischereiverbandes Siegmar Schneider hatte ganze Arbeit geleistet. Er präsentierte eine sehr interessante Zusammenstellung und interpretierte diese mit grosser Übersicht.


Siegmar Schneider präsentiert die Statistik.

Mit Rainer Wild (FL, Aktuar), Ralf Gächter(SG, Kassier) und Alexander Schnetzer (VBG, Beisitzer) wurden auch wieder einige neue Delegierte in den IKFA Ausschuss entsandt. Niklaus Gugger aus Altstätten, der das Amt des Kassiers über mehrere Jahre ausgeübt hatte wurde mit einem kleinen Präsent verabschiedet.


Niklaus Gugger (li) erhielt für seine langjährige Tätigkeit
als Kassier der IKFA ein kleines Geschenk.

Dr. Roland Riederer vom Amt für Jagd und Fischerei in St. Gallen informierte schliesslich noch über die Arbeit der Fachstellen. Er bekam im Anschluss daran vom IKFA Präsidenten umfangreiches Kartenmaterial mit allen Laichgebieten der bedrohten Kaltwasserfischarten im Schweizer Rheintal überreicht. Die Vereine haben die Stellen eruiert und zusammengetragen und wünschen sich besonderen Schutz der noch bestehenden Laichgebiete vor negativen Einflüssen.


Dr. Roland Riederer (li) bekommt von IKFA Präsident
Günter Feuerstein eine Karte der Laichgebiete überreicht.

In der Allgemeinen Umfrage bedankte sich der Präsident des Vorarlberger Fischereiverbandes Dr. Egon Helbok für die Unterstützung der IKFA in der Kormoranangelegenheit. Derzeit seien ca. 50 besetzte  Horste  im Rheindelta, die wiederum eine ganze Menge an Jungvögeln vermuten lassen. Der Schutz der Flachwasser Laichgebiete in der Bucht und auch der Schutz der Äschenpopulation Nationaler Bedeutung an den Schweizer Kanälen sollten einen höheren Stellenwert bekommen.


Dr. Helbok bedankt sich für das Engagement der IKFA

Einen schönen Abschluss bildete schliesslich ein Videofilm über den Lebenszyklus der Regenbogenforelle in den Gewässern im Einzugsgebiet des Alpenrheins. Günter Feuerstein hat den inzwischen schon international viel gerühmten Film innerhalb der letzten 2 Jahre gedreht. Einige Szenen im Film sind europaweit einzigartig und geben viel Aufschluss über die im Alpenrheintal seit der Jahrhundertwende beheimatete Fischart.

Nach einen Imbiss aus Zanderknusperil, gesponsert vom austragenden FV Mittelrheintal, wurde noch bis tief in die Nacht gefachsimpelt bis sich die Anwesenden wieder in alle Himmelsrichtungen verstreuten.

FiPr

 

 Jahresbericht des IKFA Präsidenten

 

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