|

Agenda 2003
Positions-
und Evaluationspapier der Internationalen Konferenz der Fischereivereine
am Alpenrhein
Was ist die
Agenda 2003?
Das Ausgangsziel
war es, in der Agenda 2003 möglichst lückenlos alle Probleme an den
Gewässern des Rheintals zu erfassen und die kurz-, mittel- und
langfristige Stossrichtung der ihr angeschlossenen Vereine festzulegen.
Dies bedeutet,
dass die Agenda 2003 aber nicht nur ein Aufgaben- und
Evaluationsinstrument für die Vereine darstellen soll, sondern auch für
die Fachstellen ein Hinweis dazu ist, in welchen Bereichen sich die
Vereine ihre Unterstützung wünschen.
Nachfolgend sind
die gewünschten Massnahmen nach Zeiträumen geordnet. Wünsche sind
natürlich auch als solche zu betrachten. Sie sind oft nicht leicht (wenn
überhaupt) realisierbar, doch wenn das Problem erkannt ist, ist schon ein
wesentlicher Schritt in die richtige Richtung gemacht.
Download Agenda 2003(pdf)
Kurzfristige
Massnahmen (Zeitrahmen 1-5 Jahre)
|
Massnahme |
|
Überprüfung der
Möglichkeiten zur Schwall- und Trübstoffreduktion im Alpenrhein |
|
Überprüfung der Möglichkeiten zur Bewässerung der Binnenkanäle durch
Horizontalfilterbrunnen (laut Petition vom Herbst 2000) |
|
Lösung
der Rückwanderungsproblematik der Seeforellen beim KW Reichenau |
|
|
|
Optimierung der Anbindung sämtlicher Nebengewässer an den Alpenrhein
sowie an die Talgewässer |
|
Einbringung von strukturierenden Elementen in Binnenkanälen und im
Alpenrhein (nicht als Ersatz f. Revitalisierungen!) |
|
Schaffung von Habitaten für adulte Fische durch Vertiefung der Gerinne
in bestimmten Bereichen der Binnenkanäle |
|
Beschattung der Gewässer der Talebene durch Uferbestockung (v. a.
südseitig) |
|
Erstellung von
Niederwasserrinnen in sämtlichen zerstörten Nebengewässern |
|
Beseitigung von Wanderhindernissen in BF Bächen der Hanglagen |
|
Ersetzen
von Beton durch Holz in BF Habitaten der Hanglagen bei Erneuerungen |
|
Nahrungsinput an sämtlichen Gewässern des Rheintals optimieren
|
|
Bootbetrieb in den Kanälen auf bestimmte Wasserstände beschränken
|
|
|
|
Schutz
der Uferstreifen in
den
verbliebenen
Laichgebieten von BF, AE und RBF |
|
Umfassender Schutz der noch verbliebenen Laichareale (v. a. bedrohter
Arten) vor fischfressenden Vögeln |
|
Unbürokratisches und schnelles Reagieren der zuständigen Stellen bei
Ansuchen um Abschussgenehmigungen im Falle von Problemen mit
fischfressenden Vögeln |
|
|
|
Stützbesatz oder Initialbesatz mit standorttreuer RBF in ausgewiesenen
Teilabschnitten der BK und im Rhein mit dazugehörigem Hegeplan +
Managementplan der RBF-Seeform |
|
Ansuchen um
Unterstützung für Äschenbesatz im Rhein und BK durch den Bund |
|
Prioritätensetzung bzgl. der Seeforellen- und
Bachforellenbewirtschaftung je nach Gewässer |
|
Laichfischfang Seeforellen bei Reichenau unbedingt in ausreichendem
Masse fortsetzen |
|
Vereinheitlichung der Seeforellen-Schonzeit in Bodenseezuflüssen |
|
|
|
Unterbindung von
Wasserentnahmen an Bergbächen und
Reduktion von Wasserentnahmen an
Talgewässern zum Eigengebrauch und landwirtschaftlicher Nutzung |
|
Unterbindung des Schlagens von Brunnen für den Eigengebrauch und
Kontrolle bereits bestehender Einrichtungen, die ohne Genehmigung
errichtet wurden |
|
Erhaltung und umfassender Schutz sämtlicher Feuchtgebiete |
|
|
|
Forschung bzgl. der Toxizität von Wasserinhaltsstoffen und
Eliminierung gefährlicher Stoffe |
|
Elimination gefährlicher fischtoxischer Substanzen aus dem Handel |
|
Abklärung bzgl. des tatsächlichen Eintrags von Flockungsmitteln in die
Gewässer |
|
Start
eines gesamtschweizerischen Temperaturmonitorings in Gebirgs- und
Talbächen (Permanentmessungen durch T-Logger), um die Auswirkungen von
klimatischen Änderungen und Sturmschäden auf die Gewässer
dokumentieren zu können. |
Mittelfristige Massnahmen (Zeitrahmen 5 – 20 Jahre)
|
Massnahme |
|
Bewässerung des WBK durch Horizontalfilterbrunnen (laut Petition vom
Herbst 2000) |
|
Reduktion des Schwalls am Alpenrhein |
|
Schutz
der Uferstreifen der Gewässer – strikte Einhaltung des Interflows
|
|
Sammeln
sämtlicher Drainageleitungen in Parallelgräben mit Schilfbepflanzung
bevor deren Einleitung in die Hauptgerinne |
|
Einführung des
Bachpatenschaft-Systems |
|
|
|
Management aller fischfressenden Vögel im Einzugsgebiet von
Fliessgewässern und Laicharealen stehender Gewässer |
|
|
|
Verzicht
des Anpflanzens von Mais in Umkreis von Gewässern |
|
Verzicht
des Anpflanzens von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen, die ohne
Bewässerung in der Rheintaler Talebene die Sommermonate nicht
überstehen können |
|
Verzicht
des Einsatzes von Schädlingsbekämpfungsmitteln im Einzugsbereich von
Gewässern und im speziellen auf Feldern die durch Drainagen mit den
Gewässern verbunden sind |
|
Starke Anhebung der Strafen
gegen Gewässerverschmutzer |
|
|
|
Vereinheitlichung und
Optimierung des Besatzmaterials in sämtlichen Fischzuchten im
Einzugsbereich, die Fische für Fliessgewässer produzieren |
|
Hälterung der Jungfische in Anlagen, die mit dem im Zielgewässer
herrschenden Wasserchemismus und Strömungsregime annähernd
übereinstimmen (soweit realisierbar) |
|
Versuch der Abkehr
von der Mutterfischhaltung von Salmoniden in jenen Fischzuchten, die
Besatzmaterial für Flüsse liefern, sofern in den Gewässern ausreichend
Wildfische zum Streifen zur Verfügung stehen
Ausnahmen: Äsche und
bedrohte Arten zur Bestandssicherung bei Ausfällen durch
fischfressende Vögel sowie sämtliche Arten bei Vergiftungen oder
ähnlichen Katastrophen |
|
|
|
Forschung bzgl. der Toxizität von Wasserinhaltsstoffen und
Eliminierung gefährlicher Stoffe Elimination gefährlicher
fischtoxischer Substanzen aus dem Handel |
Langfristige
Massnahmen (Zeitrahmen: mehr als 20 Jahre)
|
Massnahme |
|
Umsetzung zumindest eines Revitalisierungsprojekts am Alpenrhein
|
|
Anhebung
der Rheinsohle |
|
Großräumige Revitalisierungen der Kanäle |
|
Schleifen der inneren Dämme des Alpenrheins bei gleichzeitiger
Verstärkung der Außendämme vom Bodensee in Richtung Reichenau |
|
Rückbau
des Alpenrheins in allen dafür geeigneten Bereichen |
|
|
|
Forschung bzgl. der Toxizität von Wasserinhaltsstoffen und
Eliminierung gefährlicher Stoffe |
|
Elimination gefährlicher fischtoxischer Substanzen aus dem Handel |
|
Optimierung von
Kläranlagen in Richtung des Erhalts von lebensfördernden
Wasserinhaltsstoffen und Erhöhung der Nahrungsgrundlagen für sämtliche
Wasserlebewesen |
|
|
|
Wiederherstellung der Speicherwirkung von Böden im Einzugsgebiet
unserer Bäche und Flüsse |
|
Verwendung der
Speicherseen zum Schutz der Bevölkerung und bei gleichzeitiger
Wiederherstellung besserer Verhältnisse für aquatische Lebewesen:
|
©copyright
IKFA 2004
© IKFA 2005,
Kopieren von Inhalten, speziell zur Verwendung im Internet, nur mit
schriftlicher Genehmigung des Webmasters
|